Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandte Methodik

Fachliche Ausrichtung

Das Selbstverständnis und das Menschenbild der Mitarbeitenden orientieren sich stark an dem Begriff der Inklusion. Das heißt für uns, dass wir jede Person in ihrer Einmaligkeit annehmen und ihr mit Fairness, Solidarität, Offenheit und Respekt begegnen. Dabei ist es unser Ziel, das Augenmerk der Kinder und Jugendlichen auf ihre eigenen Bedarfe, Stärken und Ressourcen zu richten.

Wir nehmen die jungen Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit wahr und setzen den Ansatz der Ganzheitlichkeit im täglichen Miteinander um. Bei der Umsetzung orientieren wir uns stark an der Freizeitpädagogik und der tiergestützten Pädagogik sowie am Situativen Ansatz.

 

Im Sinn eines stabilen Umfeldes mit konstanten Bezugspersonen, bieten wir den jungen Menschen einen Raum, Liebe, Geborgenheit und Zuverlässigkeit in einer familiären Atmosphäre zu erfahren. Unser Erziehungsstil ist demokratisch und die Partizipation der jungen Menschen ist ausdrücklich erwünscht und wird entsprechend gefördert.

 

Angewandte Methodik

Um eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Kinder und Jugendlichen sicher und geborgen fühlen, müssen Ängste abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden. Dabei leitend ist der Gedanke, nicht auf Defizite zu schauen, sondern die Stärken der Kinder und Jugendlichen zu suchen und diese systematisch zu unterstützen und zu fördern. Förderung bedeutet für das Team, jeden Menschen so wahrzunehmen und zu akzeptieren wie er ist, die Persönlichkeit ernst zu nehmen und individuelle Stärken aufzudecken und bewusst zu machen. Dabei stehen die Stärkung des Selbstwertgefühls und die Weiterentwicklung sozialer Kompetenzen im Mittelpunkt. In der Erziehung achten wir im Besonderen darauf, die Kinder und Jugendlichen nach jeweiliger Situation und unter Berücksichtigung ihrer eigenen Grenzen und ihres Vermögens bzw. Verstehens zu behandeln.

So gibt es im Zusammenleben Regeln, die unabdingbar und nicht verhandelbar sind. Z.B. werden Konflikte verbal und gewaltfrei gelöst, wohingegen viele Regeln individuell entwickelt werden und die Kinder und Jugendlichen diese aktiv mitgestalten können und sollen. So entstehen Regeln, die parlamentarisch entwickelt werden. Die Kinder und Jugendlichen erlernen/erleben, dass sie Regeln hinterfragen dürfen. Sie werden ermutigt ihre Wünsche und Bedürfnisse einzufordern und erleben so, dass sie ihre Lebens- und Wohnsituation maßgeblich mitgestalten können. Sie fühlen sich gesehen und ernst genommen. Gleichzeitig erfahren sie aber auch, dass sie die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und für die Einhaltung der entwickelten Regeln Sorge tragen müssen. Wir sehen in der Erziehung unsere Aufgabe darin, eindeutige Grenzen zu setzen und auf deren Einhaltung zu achten. Dies ist erforderlich, um den Kindern und Jugendlichen einen Schutzraum zu geben, der ihnen Sicherheit und Orientierung bietet. Dabei heißt Grenzen setzen und gerecht sein nicht, dass alle gleich behandelt werden müssen, sondern vielmehr das Eingehen auf und die Berücksichtigung von individuell unterschiedlichen Möglichkeiten.

 

Mit dem Ansatz der tiergestützten Pädagogik nutzen wir die Tiere unserer Einrichtung als „Co.-Therapeuten“. Gerade im Bereich der Trauma- und Beziehungsarbeit zeigt die Zuhilfenahme von Tieren große Erfolge. Tiere sind unvoreingenommen und wertfrei. Für sie ist Aussehen, Bildung, Handicap nicht von Bedeutung. Im Umgang mit den Tieren erlernen die Kinder „wie nebenbei“ Beziehungsaufbau. Sie erfahren Liebe und Zuneigung. Mithilfe der Tiere wird die soziale Kompetenz gefördert, sie führen zum Abbau von Aggressionen und Hyperaktivität. Mit den Bedürfnissen der Tiere nach Versorgung, Aufmerksamkeit, Pflege und Ruhe werden die jungen Menschen für diese Bedürfnisse sensibilisiert. Mit der Verantwortung für die Tiere lernen die Kinder und Jugendlichen, die Bedürfnisse der Tiere zu erkennen und können Rückschlüsse zu sich selbst ziehen. Gleichzeitig sollen die jungen Menschen lernen, dass ein Tier zu haben Verantwortung mit sich bringt. Die Tiere sollen nicht als Entertainment empfunden werden, sondern als „Familienmitglieder“, die auch versorgt und gepflegt werden müssen. Für die Funktion der „miterziehenden Tiere“ gehören zu der Einrichtung eine Katze, ein Hund und zwei Ponys. Die Tiere müssen gefüttert werden, der Stall ausgemistet, die Ponys gestriegelt werden uvm. Darüber hinaus gehören noch einige Nutztiere zur Einrichtung wie Hühner und Schafe. Die Kinder werden bei der Versorgung der Tiere mit einbezogen und müssen kleinere Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig profitiert die Gruppe von den Tieren z.B. in Form von täglich frischen Eiern oder geschorener Wolle die eingefärbt werden kann, um daraus neue Produkte entstehen zu lassen.

 

Begünstigt durch die ländliche Umgebung ist unsere Freizeitgestaltung freizeitpädagogisch ausgerichtet. Beim gemeinsamen Tun auf dem Grundstück und um die Tiere herum, werden gruppendynamische Prozesse in Gang gesetzt. Das Miteinander und Füreinander wird gefestigt, das ein Gemeinschaftsgefühl entstehen lässt. Die Kinder und Jugendlichen erleben und begreifen ihre Umwelt im Handeln. Bei Waldspaziergängen erfahren sie viel über die heimische Pflanzen- und Tierwelt. Auf dem Grundstück selbst können sich die Kinder und Jugendlichen beim Werken erproben, Kräutergärten anlegen, Buden bauen uvm. Das Dorf Groß Ilde, die angrenzenden Wiesen und der Wald laden zu Fahrradtouren ein, die durch ein sehr geringes Verkehrsaufkommen nahezu ungefährlich sind.

Weiterhin sollen regelmäßig stattfindende Urlaube das Zusammengehörigkeitsgefühl intensivieren. 

 

Unsere Freizeitangebote sehen wir nicht als dauerhafte „Bespaßung“ für die Kinder und Jugendlichen. Wir binden sie je nach Situation und Bedürfnissen der jungen Menschen in den Alltag ein. Sie dienen u.a. dazu, das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken, ihre Fähigkeiten zu fördern und lebenspraktische Erfahrungen zu sammeln.